Jeder Börsenhändler in Stuttgart hat mehrere Monitore vor sich. Darauf eine Reihe von Kurven, viele Namen von Firmen und Wertpapieren. Und vor allem Zahlen, die sich sekündlich verändern. Foto: djd/Börse Stuttgart GmbH Börse Stuttgart setzt auf Mensch und Maschine

Inzwischen kommen viele Börsen ganz ohne Börsenhändler aus. Ein anderes Modell verfolgt die Börse Stuttgart, der führende Parketthandelsplatz in Deutschland: Hier sind die Börsenhändler Teil des Geschehens und erfüllen im elektronischen Handel wichtige Funktionen.

Markt kann sich blitzschnell ändern

Die Händler kontrollieren beispielsweise, ob die Kundenaufträge plausibel sind, ob sich die Stückzahl, die jemand kaufen möchte, im Rahmen des Üblichen bewegt oder gravierend abweicht oder ob erkennbar falsche Limits gesetzt sind. “Zum Beruf des Börsenhändlers gehören Interesse an Wirtschaft und Politik sowie eine gewisse Affinität zum Risiko”, erklärt Holger Schleicher, Leiter des Handels mit verbrieften Derivaten an der Börse Stuttgart. Es sei wichtig, das Marktgeschehen stets im Auge zu behalten, denn der Markt könne sich blitzschnell ändern. “Dann ist volle Konzentration der Handelsexperten gefragt”, so Schleicher.

Menschliche Expertise plus elektronischer Handel

Wer in der baden-württembergischen Landeshauptstadt seine Orders platziert, kann sich auf hohe Handelsqualität verlassen. Dafür sorgt das sogenannte hybride Marktmodell, das die Kompetenz menschlicher Experten mit der Schnelligkeit des elektronischen Handels verbindet. Dabei übernehmen die Handelsexperten – die sogenannten Quality-Liquidity-Provider oder kurz QLPs – Aufgaben, die kein Computer bewältigen kann. Sie bündeln Liquidität und stellen diese bei Bedarf zur Verfügung, etwa wenn bei einer Order keine entsprechende Gegenpartei vorhanden ist. Auch bei illiquiden Papieren und in schwierigen Marktsituationen können die Aufträge der Anleger dadurch stets schnell und zu einem fairen Preis ausgeführt werden. Zudem lassen sich durch die “Liquiditätsspenden” Teilausführungen vermeiden, die nicht wirtschaftlich sind. Für den Anleger werden auf diese Weise nur einmal Transaktionsgebühren fällig. Hin und wieder kommt es auch vor, dass Anleger bei der Orderaufgabe Stückzahl oder Wertpapierkennnummer falsch eingeben. Dann können die Händler den Fehler rasch ausbügeln.

Geschäftsentwicklung im Bäckerhandwerk weiterhin günstig

Befördert durch die gute Konsumkonjunktur und den allgemeinen Trend zum Außer-Haus-Verzehr dürfte der Branchenumsatz des Bäckerhandwerks in den Jahren 2015 und 2016 weiter steigen. Im Jahr 2014 konnten die Backbetriebe ihren Gesamtumsatz bereits um 2,5 Prozent erhöhen, so der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in seinem aktuell herausgegebenen und vom ifo Institut erstellten Branchenbericht.

In 2014 erzielten die rund 13.000 selbständigen Backbetriebe einen Gesamtumsatz von knapp 14 Milliarden Euro. Die regionale Versorgung mit Brot und Backwaren erfolgt in etwa 43.000 Verkaufsstellen sowie über rund 15.000 Verkaufsfahrzeuge, die auf Wochenmärkten, bei Veranstaltungen und im Tourengeschäft eingesetzt werden. Die Branche ist trotz eines anhaltenden Konzentrationsprozesses nach wie vor überwiegend mittelständisch strukturiert. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass die Betriebe in 2014 durchschnittlich 22 Mitarbeiter hatten. Die Handwerksbäcker stehen mit den Großbäckereien und dem Lebensmitteleinzelhandel in einem Verdrängungswettbewerb. Insbesondere die Lebensmitteldiscounter haben frische Backwaren als strategisch wichtige Warengruppe erkannt und werben mit eigenen Backstationen.

Die Nachfrage nach Backwaren ist im Zeitablauf relativ stabil und unterliegt kaum den allgemeinen wirtschaftlichen Schwankungen. Bei den Konsumgewohnheiten der Verbraucher zeigen sich jedoch deutliche strukturelle Veränderungen. Während früher die üblichen vier bis fünf täglichen Mahlzeiten vorwiegend am heimischen Tisch eingenommen wurden, wird heutzutage weniger regelmäßig sowie häufiger unterwegs oder am Arbeitsplatz gegessen. Vor allem bei jüngeren Verbrauchern nimmt der beiläufige Verzehr von kleinen Mahlzeiten zu. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass in der Branche das Geschäft mit Snacks und Getränken merklich expandiert, während beim traditionellen Brot kein Mengenwachstum mehr zu generieren ist.

Zur Beurteilung der betriebswirtschaftlichen Verfassung des Bäckerhandwerks kann der aktuelle Betriebsvergleich der Beratungsgesellschaft Gehrke econ herangezogen werden. Dem Betriebsvergleich zufolge, wurde im Jahr 2014 je nach Umsatzgrößenklasse der Betriebe ein durchschnittliches Ergebnis nach Steuern zwischen knapp fünf und rund elf Prozent der Gesamtleistung erwirtschaftet. Die Ertragslage dürfte daher im Branchenmittel zufriedenstellend ausgefallen sein. In 2015 ist trotz des sich abzeichnenden Umsatzanstiegs keine Verbesserung der betriebswirtschaftlichen Situation zu erwarten, da die Branche steigende Personalkosten verkraften muss. Auch in 2016 dürfte die Ertragslage insgesamt auf einem Niveau bleiben, dass als zufriedenstellend einzustufen ist.

Wettbewerbsvorteile gegenüber den Konkurrenten können sich Handwerksbäcker durch ein hochwertiges Angebot an Backwaren und Snacks sowie kalten und heißen Getränken verschaffen. Persönliche Bedienung und qualifizierte Beratung gelten in Kombination mit Premiumprodukten und einem ansprechenden Ambiente als zentrale Erfolgsfaktoren.

Das „VR Branchen special“ informiert in 100 Berichten über 160 vorwiegend mittelständisch geprägte Branchen der deutschen Wirtschaft. Jeder Bericht enthält Analysen und Prognosen zur Struktur der Branche, zu konjunkturellen Perspektiven und zur betriebswirtschaftlichen Situation. Außerdem werden Wettbewerbsposition und -fähigkeit, strategische Defizite und unternehmerische Optionen der jeweiligen Unternehmen aufgezeigt. Die Berichte werden vom ifo Institut, München erstellt und halbjährlich aktualisiert. Das Gesamtpaket wird vom DG VERLAG (www.dgverlag.de) vertrieben. Jeden Monat erscheint ein Bündel von 16 bis 17 aktualisierten Berichten. Die einzelnen Berichte sind bei Volksbanken und Raiffeisenbanken erhältlich. Herausgeber der Berichte ist der BVR.

Klimaanlagen am Arbeitsplatz: Wartung stoppt Bakterien und Keime

Wer schon einmal im Hochsommer in einem unklimatisierten Gebäude gearbeitet hat, weiß, dass die Konzentration bei brütender Hitze ziemlich leidet. In solchen Situationen hilft neben ausreichender Flüssigkeitsaufnahme nur noch eine Klimaanlage. Dabei wird unterschieden zwischen zentralen und dezentralen Anlagen. Bei Letzteren hängt in jedem Büro eine ein- und ausschaltbare Einheit, mit der sich die Temperatur regeln lässt. Bei den zentralen Anlagen gibt es Teilklimageräte, die den Raum heizen und kühlen, sowie Vollklimageräte, die zudem die Luftfeuchtigkeit regulieren. Zudem können bei entsprechend vorhandenen Filtern Pollen oder andere Schmutzpartikel aus der Luft herausgefiltert werden. Sie liefern die beste Luftqualität.
Zusätzlicher Sonnenschutz von außen

Um Betriebskosten zu sparen, empfiehlt Thomas Boppard, Experte für Gebäudetechnik bei TÜV Rheinland: „Wer in Büros eine Klimaanlage betreibt, sollte zusätzlich für eine gute Abschattung sorgen. Hitze, die gar nicht erst ins Gebäude gelangt, muss man auch nicht durch technische Anlagen wieder nach draußen bringen.“ Dabei gilt es zu beachten, dass Jalousien nur dann einen kühlenden Effekt haben, wenn sie außen an den Fenstern montiert sind, nicht innen. Nachteil: Außenliegender Sonnenschutz ist anfälliger zum Beispiel für Sturmschäden. Zusätzliches Durchlüften der Büroräume empfiehlt sich nur bei dezentralen Einheiten. Thomas Boppard: „Bei dezentralen Anlagen sollte man ab und zu das Fenster öffnen, um die Raumluft frisch zu halten. Bei zentralen Anlagen hat Lüften keinen Vorteil, weil die Geräte selbst den Raum mit Außenluft versorgen.“
Vorsicht vor Bakterien in der Raumluft

„Klimaanlagen arbeiten nur dann effizient, wenn sie regelmäßig gewartet werden“, weiß der Experte. Erfolgt keine ordnungsgemäße Wartung mit Filterwechsel durch einen Fachbetrieb, steigt das Risiko, dass sich Bakterien und Keime in der Anlage einnisten – und dann bei laufender Anlage in die Raumluft gelangen. Außerdem schreibt die Energieeinsparverordnung (EnEV) für Anlagen mit über zwölf Kilowatt Nennleistung für den Kältebedarf alle zehn Jahre eine energetische Inspektion vor, die zum Beispiel von TÜV Rheinland vorgenommen werden kann.

Mit leerem Schreibtisch gesund in den Urlaub

Statt hektisch bis zur letzten Minute zu arbeiten, sollten Führungskräfte vor allem die Woche vor dem Urlaub gut planen. Dazu gehört, Aufgaben Schritt für Schritt abzuarbeiten sowie wichtige und komplizierte Themen nicht auf die letzten Arbeitstage zu schieben. Führungskräfte sollten ihre Kollegen und Mitarbeiter frühzeitig informieren, dass sie für wichtige Anliegen nur noch eine begrenzte Zeit zur Verfügung stehen. “Ein sanfter Übergang vom Stress zur Entspannung mindert das Risiko, an den ersten freien Tagen krank zu werden”, sagt Iris Dohmen, Fachgebietsleiterin für Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie bei TÜV Rheinland. Hintergrund: Während der Anspannung schüttet der Körper Stresshormone aus, die kurzfristig aktivierend wirken. Fallen sie in der Erholungsphase weg, steigt zunächst das Krankheitsrisiko. Die Expertin empfiehlt Führungskräften deshalb, nicht direkt vom Büro in den Urlaub zu starten, sondern zunächst ein paar Tage zuhause zur Ruhe zu kommen.

Mit Vertretung Kompetenzen regeln

Zu einer geordneten Urlaubsübergabe an eine Vertreterin oder einen Vertreter gehört nicht nur, über alle offenen Themen oder voraussichtlich auftretende Probleme zu informieren. Die Vertretung muss auch wissen, wie sie bestimmte Aufgaben regeln soll, wen sie gegebenenfalls bei Fragen ansprechen kann und welche Kompetenzen sie hat. Am besten definieren Führungskraft und Stellvertreter gemeinsam, in welchen Fällen die Vertretung die Führungskraft im Urlaub kontaktieren darf. Eine E-Mail-Abwesenheitsnotiz nennt die Kontaktdaten von Ansprechpartnern für dringende Anliegen.

Ersten Arbeitstag nur zum Ankommen nutzen

“Führungskräfte haben eine wichtige Vorbildfunktion. Wie sie ihren Urlaub vorbereiten und sich Auszeiten von der Arbeit organisieren, ist ein starkes Signal an die Mitarbeiter”, so Dohmen. Gesundes Führen ist deshalb auch ein Thema in Seminaren von TÜV Rheinland. Dort lernen Führungskräfte den verantwortungsvollen Umgang mit den eigenen Ressourcen. Um den Erholungseffekt möglichst lange zu erhalten, sollte der erste Arbeitstag nach dem Urlaub zum Ankommen dienen und möglichst frei von wichtigen Terminen bleiben.

Weitere Informationen bei TÜV Rheinland unter www.tuv.com/arbeitsmedizin im Internet.

8,2 % weniger Unter­nehmens­insolvenzen im Februar 2015

Im Februar 2015 meldeten die deutschen Amtsgerichte 1 879 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 8,2 % weniger als im Februar 2014. Zuletzt hatte es im Dezember 2014 einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat (+ 8,1 %) gegeben. Davor waren seit November 2012 mit Ausnahme des Septembers 2014 (+ 2,7 %) Rückgänge der Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat registriert worden.

Der Wirtschaftsbereich Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftwagen) war mit 335 Fällen am häufigsten von Unternehmensinsolvenzen betroffen. 308 Insolvenzanträge stellten Unternehmen des Baugewerbes. Im Wirtschaftsbereich Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen gab es 211 Insolvenzanträge.

Die voraussichtlichen offenen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen beliefen sich nach Angaben der Amtsgerichte im Februar 2015 auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Im Februar 2014 hatten sie bei 1,8 Milliarden Euro gelegen.

Zusätzlich zu den Unternehmensinsolvenzen meldeten 8 237 übrige Schuldner Insolvenz an (– 11,0 % gegenüber dem Vorjahresmonat). Darunter waren 6 299 Insolvenzanträge von Verbrauchern und 1 633 Insolvenzanträge von ehemals selbstständig Tätigen, die ein Regel- beziehungsweise ein Verbraucherinsolvenzverfahren durchlaufen.

Arbeitgeber sind für den Gesundheitsschutz auf Geschäftsreisen verantwortlich

Über die Hälfte der Arbeitnehmer, die Dienstreisen ins Ausland unternehmen, fühlen sich nicht ausreichend über den notwendigen Gesundheits- und Impfschutz informiert. Das zeigt eine aktuelle Online-Umfrage mit 1.240 Teilnehmern, die TÜV Rheinland im November 2014 durchgeführt hat. Gleichzeitig wünschen sich einer Studie im Auftrag des Deutschen Reiseverbandes zufolge 92 Prozent der Geschäftsreisenden, dass ihr Arbeitgeber entsprechende Informationen bereitstellt – und dies auch zurecht, wie Dr. Wiete Schramm, Fachgebietsleiterin Arbeitsmedizin des TÜV Rheinland, feststellt: „Unvorbereitetes Wegeilen bringt unglückliche Wiederkehr, schrieb Johann Wolfgang von Goethe. Das gilt auch heute noch für berufliche Aufenthalte im Ausland. Sie sollten sorgfältig und möglichst frühzeitig geplant werden. Empfehlenswert ist eine Vorbereitungszeit von etwa sechs bis acht Wochen. In dieser Zeit können die vorgeschriebene Vorsorge absolviert und der Impfschutz aufgefrischt oder bei Bedarf erweitert werden.“
Arbeitsmedizinische Vorsorge bei klimatischen und gesundheitlichen Belastungen

Für Mitarbeiter, die ins Ausland entsendet werden, gilt die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers ebenso wie im Heimatland. Generell gilt: Die Länder rund um den Globus in Äquatornähe zwischen dem 30. Grad nördlicher und südlicher Breite gelten als Regionen mit besonderen klimatischen und gesundheitlichen Belastungen. Bei einer Entsendung von Arbeitnehmern in diese Gebiete ist unabhängig von der Länge des Aufenthaltes eine arbeitsmedizinische Vorsorge durch einen besonders qualifizierten Betriebsarzt oder einen Tropenmediziner vorgeschrieben. Dabei erfasst der Arzt den Gesundheitszustand sowie den Impfstatus des Reisenden und stellt eine Vorsorgebescheinigung aus. Darüber hinaus gibt er speziell auf das Zielgebiet der Reise und die Art des beruflichen Aufenthaltes zugeschnittene Empfehlungen zum Gesundheitsschutz. Ändert sich das Einsatzland, muss die arbeitsmedizinische Vorsorge daher bereits vor Ablauf der Nachuntersuchungsfrist von 24 bis 36 Monaten wiederholt werden. Auch bei einer Veränderung innerhalb des Landes, beispielsweise beim Wechsel des Arbeitsortes von einer Großstadt in eine ländliche Region, kann eine erneute Beratung sinnvoll sein. Zudem unterscheiden sich in Ländern wie China die Empfehlungen zum Gesundheitsschutz je nach Region.

Kehrt ein Mitarbeiter aus einer Region mit besonderen klimatischen Belastungen und Infektionsgefährdungen zurück, muss ihm der Arbeitgeber eine Rückkehruntersuchung anbieten. Diese in Anspruch zu nehmen ist sehr empfehlenswert, da erkrankte Rückkehrer unter Darmerkrankungen, Fieber, Atemwegs- und Hauterkrankungen leiden können.

Die rechtlich vorgeschriebenen Vor- und Nachsorgemaßnahmen, die auch eine reisemedizinische Beratung umfassen, müssen vom Arbeitgeber veranlasst werden. Geschieht dies nicht, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die zumindest eine Geldstrafe nach sich ziehen kann.
Ungewohnte Gesundheitsrisiken im Ausland

Neben den europäischen Ländern und den USA gehört heute China zu den häufigsten Zielen von Geschäftsreisenden. Nicht nur in ländlichen Gebieten unterscheiden sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen in asiatischen Ländern deutlich von denen in Deutschland. Daher stehen neben Infektionskrankheiten auch Gefahren durch andere Hygienebedingungen, fremde Speisen, giftige Tiere oder den ungewohnten Straßenverkehr im Mittelpunkt der reisemedizinischen Beratung. „Arbeitsunfälle, Verkehrsunfälle und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Ursachen, wenn Arbeitnehmer vorzeitig von einer beruflichen Reise zurückkehren“, so Schramm. „Ein Gesundheitsrisiko, an das wir in Deutschland nur selten denken, ist die Tollwut. Diese Erkrankung ist bei Tieren in vielen Reiseländern weit verbreitet und wird nicht nur über einen Biss, sondern auch über Speichel übertragen. Daher ist eine Impfung gegen diese schwer zu behandelnde Erkrankung empfehlenswert.“

Weitere Informationen zu arbeitsmedizinischen Themen unter www.tuv.com/reisemedizin im Internet.

Andauernder Strukturwandel im Druckgewerbe

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Substitution von Druckmedien durch das Internet sowie der Auswirkungen des demographischen Wandels auf das Kauf- und Leseverhalten der Bevölkerung hat der Branchenumsatz der Druckereien in 2014 auf dem Vorjahresniveau stagniert. Auch für 2015 zeichnet sich angesichts der andauernden strukturellen Anpassungen bestenfalls eine stagnierende Umsatzentwicklung ab, so der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in seinem aktuell herausgegebenen und vom ifo Institut erstellten Branchenbericht.

Gemäß der aktuellen Umsatzsteuerstatistik erwirtschafteten die knapp 13.000 Unternehmen des Druckgewebes im Jahr 2012 einen Gesamtumsatz von 21,6 Milliarden Euro. Die Branche wird zahlenmäßig von Betrieben mit kleiner und mittlere Größe dominiert. So hatten Ende 2013 rund 70 Prozent der Unternehmen einen Beschäftigtenbestand von weniger als 10 Personen.

Die Wirtschaftszweigsystematik des Statistischen Bundesamtes unterteilt die Branche in Zeitungsdruckereien und anderen Druckereien, wozu beispielsweise die Hersteller von Büchern und Katalogen zählen. Zum Druckgewerbe gehören ferner die Druck- und Medienvorstufe (Satzherstellung, Aufbereitung von Digitaldaten und ähnliches) sowie die Druckweiterverarbeitung (Falzen, Perforieren, Prägen und ähnliches). Das Druckgewerbe ist stark konjunkturabhängig. Mehr als die Hälfte des Produktionswertes der Branche hängt von den prozyklischen Werbeausgaben der Unternehmen ab.

Informationen zur betriebswirtschaftlichen Verfassung des Druckgewerbes können der amtlichen Kostenstrukturstatistik entnommen werden. Die Ergebnisse dieser Statistik liegen gegenwärtig bis zum Jahr 2012 vor. Demnach haben die Hersteller von Druckerzeugnissen in diesem Jahr im Durchschnitt eine Umsatzrendite von knapp 2 Prozent erzielt. In 2013 dürfte sich die Ertragslage tendenziell verschlechtert haben, da die Umsätze insgesamt rückläufig waren. Die Ertragslage war daher im Branchendurchschnitt lediglich ausreichend. Im Jahr 2014 sahen sich viele Druckereien einerseits nachgebenden Materialkosten und andererseits sinkenden Preisen für Druckerzeugnisse gegenübergestellt. Die Ertragslage dürfte aber im Allgemeinen ausreichend geblieben sein. Auch im Jahr 2015 ist angesichts der zu erwartenden Umsatzentwicklung nicht mit einer grundlegenden Verbesserung der Ertragslage zu rechnen.

Der Strukturwandel im Druckgewerbe wird neben den Veränderungen in der Nachfrage auch durch technische Neuerungen angetrieben. Eine Neuentwicklung, der ein hohes Wachstumspotenzial zugetraut wird, ist das sogenannte „Roll-to-roll“ Verfahren zur Herstellung von flexiblen elektronischen Papieren und gedruckter Elektronik. Diese Produkte können unter anderem in Displays, Batterien und Textilien eingesetzt werden. Ein enormes Entwicklungspotenzial weist auch der Digitaldruck auf, bei dem das Druckobjekt direkt vom Computer auf eine Druckmaschine übertragen wird.

Das “VR Branchen special” informiert in 100 Berichten über 160 vorwiegend mittelständisch geprägte Branchen der deutschen Wirtschaft. Jeder Bericht enthält Analysen und Prognosen zur Struktur der Branche, zu konjunkturellen Perspektiven und zur betriebswirtschaftlichen Situation. Außerdem werden Wettbewerbsposition und -fähigkeit, strategische Defizite und unternehmerische Optionen der jeweiligen Unternehmen aufgezeigt. Die Berichte werden vom ifo Institut, München erstellt und halbjährlich aktualisiert. Das Gesamtpaket wird vom DG VERLAG (www.dgverlag.de) vertrieben. Jeden Monat erscheint ein Bündel von 16 bis 17 aktualisierten Berichten. Die einzelnen Berichte sind bei Volksbanken und Raiffeisenbanken erhältlich. Herausgeber der Berichte ist der BVR.

Wertschätzung für Gesundheit zahlt sich aus

Vorbild sein, Teams motivieren, Entscheidungen treffen – die Anforderungen an Führungskräfte sind enorm. Mehr als die Hälfte fühlt sich mitunter erschöpft, ausgelaugt und schläft schlecht, hat eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Heidrick & Struggles und der Max Grundig Klinik ergeben. Auch, wenn die Führungskräfte insgesamt gesünder sind als der Durchschnitt der Bevölkerung, sind Übergewicht und Bewegungsmangel bei Managern weit verbreitet. Dies wirkt sich für die Betroffenen negativ aus und auch die Unternehmen leiden darunter. „Wer sich über einen längeren Zeitraum überfordert fühlt und Raubbau mit seinem Körper treibt, ist weniger leistungsfähig“, sagt Dr. Bernd Sappich, Experte für Arbeitsmedizin bei TÜV Rheinland.
Bewegung in Besprechungen bringen

Gesundheitsförderung und Prävention sind Herausforderungen für Unternehmen, weil das Durchschnittsalter der Belegschaften weiter steigen wird und immer mehr Menschen bis zum Eintritt des Rentenalters arbeiten. Unternehmen müssen deshalb neue Wege gehen. „Betriebe sollten Entscheidungsträger ermutigen, ein Vorbild in Bezug auf Work-Life-Balance und gesunde Lebensweise zu sein“, empfiehlt Dr. Sappich. Dabei könne es schon helfen, Mitarbeitergespräche während eines Spaziergangs durchzuführen oder Bewegungselemente in Besprechungen zu integrieren.
Ganzheitliche Check-ups

Fach- und Führungskräfte nehmen konventionelle ärztliche Vorsorgeuntersuchungen ernst, um riskante Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes zu erkennen. Viele Störungen oder Beschwerden finden ihre Ursache aber in der Psyche und im Alltag. Bei ganzheitlichen Check-ups, wie sie unter anderem TÜV Rheinland anbietet, betrachtet ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Arbeitsmedizinern, Sportwissenschaftlern und Psychologen den gesamten Gesundheitszustand. Neben diagnostischen Leistungen entwickeln die Fachleute individuelle Maßnahmen zur Änderung des Lebensstils und begleiten den Mitarbeiter aktiv bei der Umsetzung. Unternehmen finden diese Form von Check-ups für ihre Führungskräfte und Mitarbeiter beispielsweise in Berlin und Bad Neuenahr-Ahrweiler in den TÜV Rheinland Kompetenzzentren für integratives Gesundheitsmanagement.

Weitere Informationen auch unter www.tuv.com/trkg im Internet.

Weihnachten: Klare Regeln für Erreichbarkeit der Mitarbeiter aufstellen

Für viele Menschen ist Weihnachten das wichtigste Fest des Jahres: Eine Gelegenheit, sich vom Alltagsstress zu erholen und daheim ein paar ruhige Feiertage zu genießen. „Davon profitieren Arbeitnehmer und Unternehmen gleichermaßen“, sagt TÜV Rheinland-Experte Reinhard Bier. Denn in der Zeit zwischen Heiligabend und Neujahr können die Mitarbeiter neue Motivation und Kräfte für die Aufgaben im kommenden Jahr sammeln. Selten aber können alle Arbeitnehmer einer Firma gleichzeitig Urlaub nehmen. Unternehmen sollten daher frühzeitig Urlaubsregelungen mit den Angestellten abstimmen, um Unmut vorzubeugen.
Flexibilität bevorzugt

„In Zeiten des Fachkräftemangels müssen Firmen flexibler auf die Wünsche der Mitarbeiter reagieren. Deren Ansprüche haben sich verändert: Geld allein ist oft nicht mehr der Maßstab – attraktiv sind Arbeitgeber, die Freiräume bieten“, so Reinhard Bier. Zwischen den Jahren geht es in vielen Branchen insgesamt etwas ruhiger zu. In diesem Fall könnte eine Alternative zum Gang ins Büro dann die Arbeit vom Homeoffice aus sein.
Klare Vereinbarungen treffen

Die Kehrseite der flexiblen Arbeitsform: Dank Dienst-Smartphones sind viele Mitarbeiter heute praktisch überall und rund um die Uhr erreichbar. Wer aber selbst während der Bescherung den Nachrichteneingang meint prüfen zu müssen, erlebt sicher keine besinnliche Zeit. „Im Unternehmen sollte es verbindliche Regeln geben, wann Mitarbeiter erreichbar sein müssen und wann sie im Wortsinne abschalten können“, rät Reinhard Bier. Betriebe können mit dem TÜV Rheinland-Prüfzeichen „Ausgezeichneter Arbeitgeber“ signalisieren, dass sie eine arbeitnehmerfreundliche Unternehmenskultur pflegen und über entsprechende Strukturen im Personalmanagement verfügen.

E-Mail-Flut zu Weihnachten

Die digitalen Postfächer der Arbeitnehmer quellen über: Rund 120 E-Mails sendet und empfängt jeder täglich. Und vor Weihnachten steigt die E-Mail-Flut besonders hoch. Schließlich soll pünktlich zum Ferienbeginn alle Arbeit erledigt sein. „Oft wird aber das Gegenteil erreicht“, sagt Reinhard Bier, Experte für digitalen Arbeitsschutz bei TÜV Rheinland: Der übervolle Posteingang sorgt erst recht für Stress und beschert manchem eine arbeitsreiche Weihnachtszeit.
Statt E-Mail lieber zum Hörer greifen

Das ließe sich vermeiden, wenn Führungskräfte und Mitarbeiter in Sachen E-Mail-Kommunikation Regeln festlegen und diese dann konsequent befolgen würden. „Grundsätzlich sollte gelten: Die beste E-Mail ist die, die man nicht verschickt“, sagt Reinhard Bier. Soll heißen: Anstatt endlos E-Mails in einer Art Ping-Pong-Spiel hin und her zu senden, lassen sich Fragen mitunter einfacher per Telefon oder im persönlichen Gespräch klären. Geht es nicht ohne E-Mail, ist es ratsam, den Empfängerkreis zu beschränken. „Es sollten nur die Leute in Kopie gesetzt werden, für die eine Nachricht wirklich relevant ist“, betont der Experte. Wenn jeder seine E-Mails stets an den ganzen Verteiler schickt, lässt die Informationsflut die Postfächer schnell volllaufen.
E-Mails nach Priorität filtern

Eindeutig formulierte Betreffzeilen helfen dem Empfänger zudem, eingehende Nachrichten zuzuordnen und systematisch nach Priorität abzuarbeiten. So könnte etwa ein vorangestelltes A im Betreff „Ich erwarte eine Antwort“, ein K für „Ich erwarte Klärung“ und ein I für „Nur zur Information“ stehen. Kurze Terminhinweise wie „Hat Zeit bis nach Weihnachten“ sorgen dafür, dass die Feiertage zumindest aus beruflicher Sicht stressfrei bleiben. „Klare Leitlinien zur digitalen Kommunikation entlasten die Arbeitnehmer nicht nur, sie ermöglichen auch ein strukturiertes und damit effizienteres Arbeiten“, so Reinhard Bier. Entsprechende Standards zertifiziert TÜV Rheinland im Modul „Digitaler Arbeitsschutz“ als Teil des Zertifikats „Ausgezeichneter Arbeitgeber“ .